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Eins, Vier, Acht - Österreichische Meisterschaften 2019

Die kleinste, größte und (für mich) dynamischste Bootsklasse im Rudern warten dieses Wochenende bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften auf mich. Alle 3 irgendwie speziell, anstrengend sowieso. Definitiv aber Chance dir zu beschreiben, wie unterschiedlich Rudern in den verschieden großen Booten sein kann. HERE WE GO!

© Felix Hohagen

Die österreichischen Meisterschaften aka "Staats"

Österreichische Meisterschaften. Ein Event, das unter aktiven Ruderern einen gewissen stiefmütterlichen Touch hat. Findet sie doch immer im Herbst statt - die Saison ist gerade vorbei, Urlaub und Trainingspause liegen hinter einem und niemand steht voll im Training. Die Benchmark vom "Gefühl eines guten Rennen" und von der Pace "die gut ist" sind aus der Saison noch recht hoch. Aber auch erreichbar? Schwierig. Kurz um: Der Körper ist im Urlaubsfeeling und der Schweinehund hat die letzen Wochen gewaltig zu fressen bekommen. Und jetzt wieder 6min am Limit. HELL YEAH!

Der Schweinehund hat nämlich auch einen nicht weniger mächtigen Gegner. Bei den Meisterschaften starte ich gemeinsam mit meinen Vereinskollegen. Ehemaligen Ruderpartner, tollen Menschen und vor allem Freunden, mit denen mich eine ganz besondere Sache verbindet: die Leidenschaft gemeinsam übers Wasser zu fliegen. Und in dieser Konstellation können wir dieser Leidenschaft nur in der offiziellen Trainingspause des Nationalteams, jetzt im Herbst, nachgehen.



© Felix Hohagen

Der Einer - Wasser.Boot.Ich

Die Meisterschaften starten für mich allerdings in der kleinsten Bootsklasse im Rudern: dem Einer. Schon lange wollte ich wieder einmal Rennen im Einer bestreiten. Der Respekt ist enorm. Nichts und niemand ist hinter oder vor mir. Einfach nur ich. Mein Körper. Mein Boot. Das Wasser. 2000m. Hoffentlich wird's was mit dem Flow. Volle Verantwortung. Einzigartig ehrliches Feedback. Eine Erfahrung auf jeden Fall. Immerhin starte ich gegen die besten Österreichischen Ruderer, die es im Moment gibt. Allen voran Lukas Reim und Rainer Kepplinger. Die Erwartungen setze ich gering, habe ich doch erst wenige Kilometer im Einer hinter mich gebracht, seitdem ich vor 3 Wochen die Saison im Doppelvierer auf dem 5. Platz bei der Heimweltmeisterschaft beendet habe.


Startzeit: Samstag, 09:21 Uhr Vorlauf, Finali ab 12:20 Uhr



Der Doppelvierer

Mit dem geht es dann auch weiter. Im Vergleich zum einer gehts im Mannschaftsboot darum, einen gemeinsame Rhythmus zu finden. Gemeinsam in den Flow zu kommen. Wo im Einer niemand sagen kann was richtig oder falsch ist, sondern einfach nur langsam oder schnell, da gibts im Vierer zusätzlich gemeinsam oder nicht gemeinsam und das ist spürbar. Genau dieses Gefühl, ein Boot gemeinsam zu beschleunigen und dann wieder fliegen zu lassen, während wir zum nächsten Schlag rollen, ist dieser unbeschreibliche Moment, der mich seit über 15 Jahren antreibt. Ihn zu finden ist jeden Tag, jede Einheit wieder ein neues Spiel, das nie langweilig wird. Nur gemeinsam wird ein Boot schnell. Richtig oder falsch ist nämlich auch hier hinfällig. Gewinnen wird immer die Mannschaft die es versteht als Einheit zu rudern.


Startzeit: Sonntag, 15:10 Uhr


Der Achter

Der Achter ist schließlich die Königsklasse im Rudern. Nicht nur am schnellsten, sondern bestimmt auch am komplexesten. 9 Personen auf engstem Raum, verbunden über Ruderschlag und Rhythmus zu einem großen Ganzen. Nicht in Worte zu fassen, ist dabei das Gefühl, das entsteht wenn diese Einheit auch wirklich gemeinsam anpackt. Was in meinem Fall dieses Wochenende nochmal eins draufsetzt ist die Tatsache, dass es in meinem Verein seit Jahrzehnten keinen Achter an der ÖM gegeben hat. Ein Zeichen, dass sich etwas bewegt, dass sich eine Gemeinschaft geformt hat, wir zusammen ein Ziel haben und eine Leidenschaft, die verbindet. Auch hier brauchen wir uns keine zu großen Hoffnungen machen. Aber in diesem Fall ist dabeisein tatsächlich schon eine ganze Menge. Vor allem eine Erinnerung, die uns für immer bleiben wird. Denn wer im Mannschaftsboot einmal gemeinsam den Flow gespürt hat, teilt für immer etwas Besonderes.


Startzeit: Samstag, 16:00 Uhr


Das Meldeergebnis und Programm findest du hier

Ich freu mich, wenn du an der Steinspornbrücke vorbeischaust!


Alles Liebe,

Bernhard